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Victor Hugo: Die Arbeiter des Meeres, mare-Verlag, 672 S., Leinen im Schuber, 48 €

 

Victor Hugos 1866 erschienener Großroman Die Arbeiter des Meeres ist in Deutschland zu Unrecht weniger bekannt als Die Elenden und Der Glöckner von Norte-Dame. Sein Schauplatz ist die Kanalinsel Guernsey, auf der Hugo während seines zwanzigjährigen Exils von 1851 bis 1871 selbst gelebt hat, sein Held der in sich gekehrte Fischer Gilliat, der über einen visionären Zugang zur Natur und ihren schöpferischen Kräften verfügt und dem die Bewohner der Insel mit Misstrauen begegnen. Der in die Tochter eines auf der Insel ansässigen Kapitäns verliebte Gilliatt unternimmt es, die Maschine dessen an einer Klippe zerschellten Dampfschiffs in einem tagelangen einsamen und geradezu übermenschlichen Kampf gegen die Naturkräfte zu bergen. Hugos Roman begeistert indes nicht nur durch seine tragisch endende Geschichte, sondern vor allem auch dank seiner dramatischen Naturbeschreibungen, nautischen Exkurse und daran geknüpften metaphysischen Reflexionen. Die 2003 im Kleinverlag der Achilla Presse Hamburg erschienene Neuübersetzung des Textes von Rainer G. Schmidt liegt jetzt im Rahmen der opulent ausgestatteten Reihe der Klassikerneuausgaben aus dem mare-Verlag vor.