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Ryoko Sekiguchi: Nagori. Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit, Matthes & Seitz Berlin, 115 S., Leinen, 18 €

Das bei Matthes & Seitz erschienene Büchlein der japanischen Lyrikerin, Kulturwissenschaftlerin und Übersetzerin Ryoko Sekiguchi hat die Bezeichnung als literarisches Kleinod nicht nur des Formates und japanisierenden Einbandes wegen verdient. Der Titel Nagori, wörtlich „der Abdruck der Wellen“, bezeichnet in Japan die Wehmut der Trennung im Vergehen der Jahreszeit und nach dem letzten Genuss am Ende der Saison. Die Autorin nimmt diesen Begriff zum Anlass einer kulinarischen Reise von Japan nach Frankreich und Italien und zugleich für eine Gedankenreise, die um Leben und Tod, Vergänglichkeit und Wiederkehr sowie den Wunsch nach Konservierung flüchtiger Momente und Dinge kreist.