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Roman Ehrlich: Malé, S. Fischer Verlag, 288 S., gebunden, 22 €

Auf die Longlist für den „Deutschen Buchpreis“ schaffte es in diesem Herbst auch ein Roman des jungen Autors Roman Ehrlich, dessen Handlung sich vor einer handfesten Inselszenerie, nämlich derjenigen der Malediven, entfaltet. Allerdings ist die als Urlaubsziel beliebte Inselgruppe in Ehrlichs dystopischer Fiktion Malé bereits zu weiten Teilen im ansteigenden Indischen Ozean versunken. In den von knietiefem Wasser überfluteten Straßen der heruntergekommenen und weitegehend verlassenen einstigen Hauptstadt, die dem Buch den Titel leiht, treiben sich Abenteurer, Aussteiger, Künstler und Paramilitärs herum. In deren Milieu entspinnt sich ein halb düsteres, halb exotisches postapokalyptisches Leben, das der Autor mit bewusster Distanz und ohne übertriebenes Pathos, gleichsam aus der Position eines Beobachters schildert.