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Lesung am 21.3. muss leider ausfallen – Indiebookday findet statt
Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich
Buchpräsentation, Lesung und Gespräch mit dem Autor Friedrich Christian Delius

 

Leider muss unsere für den kommenden Sonnabend, 21. März geplante Lesung mit Friedrich Christian Delius aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie ausfallen. Der Autor bedauert dies ebenso wie wir, und wir sind verblieben, die Veranstaltung nach Abklingen der Corona-Welle voraussichtlich im Herbst dieses Jahres nachzuholen.
Angesichts der momentan unübersichtlichen Situation werden wir in den nächsten sechs Wochen auch keine weiteren Veranstaltungen durchführen. Sollte sich die Lage in dieser Zeit stabilisieren, starten wir am 25. April mit unserer traditionellen Frühjahrs-Nachlese in die diesjährige Veranstaltungssaison.
Ungeachtet dessen bleibt Dahlmanns Bazar, so lange keine evtl. Einschränkungen von Amts wegen erfolgen, wie gewohnt Dienstag bis Sonnabend von 13 bis 22 Uhr geöffnet. In der kommenden Woche erwarten wir den Großteil der zur Leipziger Buchmesse terminierten Frühjahrsneuerscheinungen. Den internationalen Indibookday, der ebenfalls am kommenden Sonnabend, den 21. März stattfindet, nehmen wir wie gewohnt zum Anlass, insbesondere neue Titel aus kleinen und unabhängigen Verlagen zu präsentieren. Mehr Informationen zu diesem alljährlichen Event finden Sie unter: https://www.indiebookday.de/

21. März 2020, 19 Uhr

Erzählungen von den Inseln I.2020

Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich

Rowohlt Berlin

Buchpräsentation, Lesung und Gespräch mit dem Autor Friedrich Christian Delius

Der Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius hat sich als literarischer Chronist der Gegenwart schon in Zeiten der deutschen Teilung einen Namen gemacht. In hiesigen Gegenden wurde er vor allem durch seine 1995 erschienene Erzählung Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus bekannt. Sein jüngster Roman bietet nicht nur für Freunde seines essayistischen Schreibstils, sondern auch für Rüganer und passionierte Rügen-Urlauber eine anregende und vergnügliche Lektüre. Darin präsentiert F.C. Delius das fiktive Tagebuch eines entlassenen Wirtschaftsredakteurs, das dieser fünf Tage nach der Bundestagswahl am 30.9.2017 beginnt und bis zum 9. Juli des Folgejahres weiterführt, an dem die letzten Tranchen des EU-Hilfspakets für Griechenland angewiesen werden.

Der Tagebuchschreiber mit dem Spitznamen „Kassandra“ hat diese Notizen seiner 18-jährigen „aufgeweckten Nichte“ zugedacht, auf dass sie dereinst seine Hellsichtigkeit würdigen möge, die seine Zeitgenossen ignorierten: „Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich“. Anlass des Titel gebenden Kassandra-Rufs ist der sich im Schatten der medialen Aufregungen vollziehende Vormarsch der neuen chinesischen Supermacht, die – während die Europäer mit viel Getön „Griechenland retten“ – klammheimlich die Insel Santorin und den Hafen von Piräus unter ihre Kontrolle bringt. Delius konterkariert die zeithistorischen Reflexionen seines Ich-Erzählers mit phantastischen Ausmalungen einer bevorstehenden chinesischen Invasion auf Rügen – von der Inbesitznahme und touristischen Vermarktung des „Rasenden Roland“ bis zur endgültigen feindlichen Übernahme der Insel. Wenn der Held zu guter Letzt auf dem Hochuferweg von Sassnitz in Richtung Königstuhl wandert, stellt er sich vor, wie die siegreichen Chinesen der „deutsch-chinesischen Kanzlerin“ Merkel auf den Kreidefelsen ein monumentales Denkmal errichten.