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Niko Tinbergen: Eskimoland. Ein Bericht aus der Arktis, C.H. Beck, 240 Seiten, gebunden, 22 €

Der in Den Haag geborene niederländische Zoologe Nikolaas Tinbergen gilt zusammen mit Konrad Lorenz als Begründer der vergleichenden Verhaltensforschung, wofür er 1973 den Nobelpreis erhielt. In den Jahren 1932 und 33 beteiligte er sich gemeinsam mit seiner Frau Lies an einer meteorologischen Exkursion nach Ost-Grönland, um dort das Verhalten arktischer Vögel zu studieren. Im Verlauf seines Aufenthalts lernte er die Sprache der Inuit, schloss mit zahlreichen Einheimischen Freundschaft, beteiligte sich an deren Jagden auf Lachse, Robben und Haie und unternahm Reisen, bei denen er Naturalien und ethnographische Objekte sammelte. Der erstmals auf Deutsch vorliegende Reisebericht, den er über seinen Aufenthalt verfasste, schildert das vom modernen Leben noch weitgehend unberührte Grönland jener Jahre auf lebendige Art und Weise und stellt ein wertvolles Dokument zur Rekonstruktion der einstigen Kultur der Inuit dar, die schon damals in Auflösung begriffen war und heute weitgehend der Vergangenheit angehört. Nicht zuletzt verzeichnet er alte Legenden und Jagdgeschichten der Inuit, die ihm einer seiner dortigen Freunde, der einer einflussreichen Schamanenfamilie entstammte, erzählt hat.