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Michael Stavarič: Gotland, Luchterhand, 350 S., gebunden, 20 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der aus Brünn stammende, schon seit seiner Kindheit in Wien lebende Autor Michael Stavarič hat aus seiner tschechischen Heimat die literarische Neigung zu absurder und paradoxer Übertreibung und einem gleichsam „schwarzen“ Surrealismus mitgebracht. In seinem neuesten Roman breitet er die Wahnvorstellungen eines Mannes und Schriftstellers aus, der aus der libidinösen Mutterbindung in die Vorstellung der eigenen Gottgleichheit flieht und zuletzt zum Triebtäter wird. Die schwedische Ostseeinsel Gotland spielt dabei die Rolle eines quasibiblischen Gottesgartens, wo der „Held“ seine paranoiden Gedanken ausbuchstabiert – und jener fungiert als eine Art Zerrspiegel der prekären Psychen heute allgegenwärtiger Egomanen.