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Malachy Tallack: Von Inseln, die keiner je fand, Theiss, 143 S., gebunden, 28 €

Das Thema der abgelegenen, phantomatischen, verlorenen bzw. unentdeckten Inseln diverser Koleur ist in den letzten Jahren schon mehrfach Angelegenheit von – häufig anspruchsvoll illustrierten und bibliophil ausgestatteten Neuerscheinungen gewesen, sodass man glauben könnte, es sei damit zunächst einmal erledigt. Das nunmehr im Theiss-Verlag erschienene, prachtvoll ausgestattete und illustrierte Buch des Schotten Malachy Tallack, verdient dennoch eine besondere Erwähnung und Empfehlung. Tallack, Jahrgang 1980, der nicht nur als Autor und Kolumnist sowie als Herausgeber des Magazins Shetland Life und des Online-Journals The Island Review hervorgetreten ist, sondern auch als Singer-Songwriter und Gitarrist, weiß, wovon er spricht: Denn er ist selbst auf den Shetland-Inseln aufgewachsen und hat das insulare Lebensgefühl und die sich darum rankenden Mythen gleichsam mit der Muttermilch aufgesogen. Sein unterhaltsames Buch erzählt in sieben thematischen Kapiteln davon, was Inseln zuallererst auszeichnet und für phantastische Projektionen empfänglich macht: dass sie immer zugleich fort und da, real und phantasmagorisch, und gelegentlich auftauchen, aber auch wieder verschwinden. Das von Katie Scott einfühlsam illustrierte Buch wurde im letzten Jahr in Großbritannien mit dem Edward-Stanford-Preis für das beste illustrierte Reisebuch ausgezeichnet.