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Lukas Maisel: Buch der geträumten Inseln, Rowohlt, 272 S., gebunden, 22 €

Das Buch der geträumten Inseln ist der Debütroman des Schweizer Autors Lukas Maisel und zweifellos eine der originellsten und am meisten irritierenden literarischen Annäherungen an das Inselthema, die in den letzten Jahren auf den Buchmarkt gekommen sind. Der autistisch veranlagte Held des Romans, ein gewisser Robert Akeret, unternimmt auf der Suche nach dem Verbindungsglied zwischen Affen und Menschen eine Expedition ins Innere Papua-Neuguineas, bei der ihn ein Schweizer Assistent und zwei Einheimische begleiten. Dabei entpuppt sich ihm die Inselwelt zwischen Singapur und Südsee generell als eine Art Zwischenreich voller ungenauer Anspielungen und mehrdeutiger Metaphern, und es scheint nur folgerichtig, wenn sich die Spur des Helden darin nach und nach verliert. Der Erzähler des Romans rekonstruiert Akarets Reise und Verschwinden aus ebenso zweifelhaften Zeugenaussagen, wobei insbesondere eine Professorin der Kryptozoologie namens „Unland“ seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie ist es dann auch, die ihn in die Welt der „geträumten Inseln“ einführt, die dem Roman den Titel gibt. Tatsächlich mag sich mancher Leser nach Lektüre dieses Romans ein wenig wie beim Erwachen aus einem seltsamen Traum fühlen, jedenfalls bleibt man mit einem Rest von Verwirrung an den Gestaden dieser geträumten Inseln zurück.