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Lennardt Loß: Und andere Formen menschlichen Versagens, weissbooks, 159 S., gebunden, 20 €

Ein ehemaliger RAF-Terrorist begibt sich 1992 nach Buenos Aires, um sich dort ohne großes Aufsehen die in seinem Bauch verbliebene Kugel aus einem Polizeigewehr herausoperieren zu lassen. Doch vor der brasilianischen Küste verschwindet seine Maschine, während die Flugbegleiter Butterkuchen servieren, mit einem Mal vom Radar. Einige Stunden später stürzt sie in den Pazifik, und der frühere Terrorist schafft es eben noch, einer neben ihm treibenden jungen Frau einige Episoden seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Diese wiederum, Tochter eines Immobilienmaklers und „Parkhauspapstes“ und einer horrorfilmsüchtigen Mutter, wird als einzige Überlebende des Unglücks auf eine einsame Insel verschlagen und irgendwann via Google Earth von einem neurotischen Nerd entdeckt … In einer Folge skurriler, gleichermaßen witziger wie abgründiger Prosaszenen entfaltet der im Frankfurter weissbook Verlag erschienene Debütroman von Lennardt Loß ein Kaleidoskop in den Wirren der letzten Jahrhundertwende gescheiterter Existenzen.