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Landolf Scherzer: Buenos días, Kuba. Reise durch ein Land im Umbruch, Aufbau-Verlag, 367 S., gebunden, 22 €

Der Schriftsteller, Journalist und Publizist Landolf Scherzer ist entlang der Ostseeküste vor allem durch sein 1987 erschienenes Buch Fänger und Gefangene bekannt, in dem er aus eigener Erfahrung die extremen Zustände auf einem Hochseetrawler der DDR beschrieben hat. Seitdem hat der 1941 geborene Autor zahlreiche weitere literarische Reportagen veröffentlicht, darunter über politische Verantwortungsträger in der DDR und im vereinten Deutschland, über die ehemalige innerdeutsche Grenze sowie über die Situation auf dem Balkan, in China und zuletzt in Griechenland, wobei er mit seinem auf eigenem Erleben basierten, unterhaltsamen Schreibstil dem Vorbild des „rasenden Reporters“ Egon Erwin Kisch folgt. Das neueste Buch von Landolf Scherzer dreht sich um die Insel Kuba, die er 2016 für sechs Wochen besucht und erkundet hat – wobei das Schicksal es gefügt hat, dass sein dortiger Aufenthalt mit dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro zusammenfiel. Vor dem Hintergrund des sich ankündigenden politischen Wandels interessiert sich der Autor bei seinen Recherchen und Gesprächen vor allem dafür, was von der kubanischen Variante des Sozialismus bewahrenswert ist. Liebevoll beschreibt er zudem die Fähigkeit der Kubaner, in allen Lebenslagen zu improvisieren.