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Karel Capek/ Hans Ticha (Illustrator): Der Krieg mit den Molchen, Edition Büchergilde, 332 S., gebunden, 24,95 €

Der 1936 erschienene Roman Der Krieg mit den Molchen des tschechischen Autors Karel Capek ist weit mehr als eine skurrile Satire auf den Zeitgeist der 1930er Jahre. Mit seiner suggestiven, sich an den Tonarten von Boulevardpresse und Wissenschaft, Politikern, Börsianern, Philanthropen usw. bedienenden Sprache schafft Capek ein kaleidoskopisches Abbild der modernen Welt und eine grandiose Parodie darauf in einem. Die Geschichte dreht sich um die Entdeckung intelligenter Molche in der Südsee, die sich als Arbeitstiere für die Perlenfischerei empfehlen, bald zum Gegenstand wissenschaftlicher und populärer Spekulationen werden und sich schließlich selbst der menschlichen Sprache und der modernen Medien bedienen. Dass das Ganze nur in einem verheerenden Weltkrieg zwischen Menschen und Molchen enden kann, ist die unausweichliche Kehrseite der Medaille. Die elaborierte Typographie und die großartigen Illustrationen des Künstlers Hans Ticha machen die 1987 im Ostberliner Aufbau-Verlag, zwei Jahre später in der westdeutschen Büchergilde Gutenberg erschienene und jetzt neu aufgelegte Ausgabe dieser surrealistischen Dystopie zum bibliophilen Gesamtkunstwerk.