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Julien Blanc-Gras: Das Eis brechen. Meine Reise in die Arktis, mare-Verlag, 159 S., gebunden, 18 €

Über Grönland, seine außergewöhnliche Natur und deren Bewohner gab es in den letzten Jahren schon so einiges zu lesen, sodass ein weiteres Reisebuch zum Thema nicht unbedingt Neuigkeiten verspricht. Wirft man indes einen Blick in das im mare-Verlag erschienene Buch des französischen Journalisten und Reiseschriftstellers Julien Blanc-Gras, wird man schon bald vom Gegenteil überzeugt. Wenngleich es ziemlich zu Beginn des Buches einmal beiläufig heißt: „Auf den ersten Blick unterscheidet sich ein Grönländer nicht wirklich von einem Spanier oder Kenianer. Wie alle Arten des Homo sapiens verbringt er den Großteil seines Lebens damit, auf dem Smartphone herumzutippen und dabei das Wetter zu kommentieren.“ Auf den zweiten Blick bemerkt der Autor bei seiner Grönlandreise dann allerdings so einiges, was an der arktischen Natur und der dort beheimateten alten Kultur nach wie vor einzigartig und spektakulär ist und weiß es noch dazu fesselnd zu beschreiben. Sein ebenso feinsinniger wie lakonischer, humorvoller wie persönlicher Reisebericht rückt bekannte und weniger bekannte Seiten der größten Insel der Welt in den Blick und ist zugleich eine Verneigung vor deren Bewohnern.