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Holger Teschke: Seezeichen, Edition Rugerup, 142 S., broschiert, 18,90 €

Der in der Edition Rugerup unter dem Titel Seezeichen erschienene Gedichtband des gebürtigen Sassnitzers Holger Teschke versammelt Texte aus fast einem Vierteljahrhundert – beginnend mit den 1995 entstandenen Rügen-Gedichten Jasmunder Felder und Treppe bei Prora bis zu der surrealen Reiseszene Der Zug im Meer aus dem Frühjahr 2018. Als durchgängiges Charakteristikum von Teschkes Lyrik zeigen sich der Fokus auf landschaftliche Eindrücke – mit Vorliebe von Küstenszenerien – und ein den Blick des Autors darauf begleitender melancholischer Grundbass. Momentaufnahmen von Reisen (u.a. ans Mittelmeer, nach Skandinavien und entlang der amerikanischen Ostküste), aufblitzende innere Bilder, Reflexionen über Zerstörtes und Vergangenes, Kindheitserinnerungen, historische Reminiszenzen, nachhallende Gesänge von Kranichen und Zikaden bilden den Stoff, aus dem Teschkes Gedichte gemacht sind – eine in assoziativen Sprüngen, überraschenden Bezügen, einverleibten Nachrichten und Zitaten sowie mythischen Bildern schwelgende Tonlage die dazugehörige höchstpersönliche Sprache. Unterwegs zwischen Rügen und Cape Cod, zwischen Südsee und Berliner Museumsinsel hält der frühere Seemann und nach wie vor ruhelos Reisende Ausschau nach vertrauten Zeichen, eine Art heimatlichem Leuchtturm vielleicht, auch wenn es allemal nur Wörter sind, die darin leuchten.