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Herbert George Wells/ Nicole Riegert (Ill.): Die Insel des Dr. Moreau, Kunstanstifter Verlag, 256 S., gebunden, 26 €

Der 1896 erschienene Roman The Island of Doctor Moreau des englischen Schriftstellers und studierten Zoologen Herbert George Wells ist ein echter Klassiker der literarischen Science Fiction. Der im Titel genannte Dr. Moreau betätigt sich auf seiner Insel als demiurgischer Chirurg, der Tiere vermittels Operationen an Sprachorganen und Hirn zum Sprechen bringt. Dass der Kunstanstifter Verlag Wells‘ dämonische Geschichte jetzt ausgerechnet in einer mit Farbholzschnitten von Nicole Riegert künstlerisch illustrierten bibliophilen Neuausgabe herausgebracht hat, mag zunächst verblüffen, bei genauerer Hinsicht ist die innere Logik der Edition jedoch nicht von der Hand zu weisen: Denn die Vorgänge in Moreaus Labor entdecken sich nicht nur als dystopische Vision der ethisch fragwürdigen Medizin unserer Tage – sie lassen sich durchaus auch als Parabel auf eine autonome Kunst lesen, die sich aus einem Arsenal von Zeichen ihre eigene Sprache erschafft.