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Guiseppe Tomasi di Lampedusa: Der Leopard, Piper, 400 S., gebunden, 24 €

Der Ägyptologe und Romanist Burkhart Kroeber hat sich auch als Übersetzer italienischer Literatur schon seit Jahren einen Namen gemacht. Nach Werken etwa von Umberto Eco und Italo Calvino hat er jetzt einen weiteren echten Klassiker der italienischen Literatur neu ins Deutsche übersetzt und ihm nach dem Urteil der italienkundigen Literaturkritikerin Maike Albath in der Süddeutschen Zeitung einen „neuen Königsmantel aus Sprache umgelegt“, der das Original für die deutsche Leserschaft erst so recht verfügbar macht: „Zum ersten Mal entfaltet Tomasi di Lampedusas Roman „Der Leopard“ über den Epochenbruch nach Garibaldis Eroberung der Insel den Schwung des Originals und die vibrierende untergründige Ironie. Das liegt an der Präzision auf lexikalischer Ebene, dem Sensorium für Soziolekte und vor allem an der Sorgfalt im Satzbau.“

Guiseppe Tomasi di Lampedusa, Sprössling einer illustren sizilianischen Adelsfamilie, hat seinen einzigen Roman erst kurz vor seinem Tod fertiggestellt und durfte sein Erscheinen und den durch Luchino Viscontis Verfilmung noch zusätzlich angeheizten Welterfolg („Goldene Palme“ in Cannes 1963) nicht mehr selbst erleben. Der Autor erzählt darin in acht lose miteinander verbundenen Teilen die Geschichte des sizilianischen Fürstenhauses der Salina vor dem Hintergrund der historischen Umwälzungen zwischen 1860 und 1910 und fügt daraus ein gleichnishaftes Gemälde auf die Unbeständigkeit und Vergeblichkeit menschlicher Wünsche und Hoffnungen angesichts des Wandels der Zeiten.