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Eimar O’Duffy: King Goshawk und die Vögel, Kröner, 280 S., gebunden, 20 €

Der Stuttgarter Alfred Kröner Verlag hat in den letzten Jahren schon mehrere Klassiker der irischen Literatur der Moderne zu Tage gefördert, die bisher nicht in deutscher Übersetzung verfügbar waren. Jetzt ist ihm in Zusammenarbeit mit der Übersetzerin Gabriele Haefs ein weiterer erstaunlicher Fund gelungen: Der in Dublin geborene Eimar Ultan O’Duffy wurde nur 41 Jahre alt, betätigte sich als Lehrer und Journalist und war Mitstreiter und späterer Kritiker der irischen Unabhängigkeitsbewegung. Nicht zuletzt verfasste er mehrere Romane, darunter den über King Goshawk und die Vögel, der sich als großartige Parodie auf die globale Moderne aus gleichsam keltisch-mythologischer Perspektive erweist. Der in New York residierende King Goshawk besitzt unterdessen so ziemlich alles, was auf der weiten Erde wächst und gedeiht, als ihn seine Frau an ein früheres Versprechen erinnert – nämlich das, ihr nach Etablierung seiner Weltherrschaft sämtliche Singvögel der Erde zum Geschenk zu machen. Selbstverständlich will er das Versäumnis sofort gut machen, aber da hat er nicht mit einem irischen Philosophen gerechnet, der sich via Meditation in den zwanzigsten Himmel begibt, dort die Seele des keltischen Helden Cuchulainn auftreibt, sich für diese einen Leib erborgt und derart dafür sorgt, dass der mythische Held mit der irdischen Thalia einen ebenso heldenhaften Sohn zeugt…