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Cyprian Broodbank: Die Geburt der mediterranen Welt, C.H. Beck, 951 S., gebunden, 44 €

Das Bücherjahr 2018 steht ebenso im Zeichen des Mittelmeers wie der englischen Historiker, die einmal mehr ihre überdurchschnittlichen Talente zur gemeinverständlichen und unterhaltsamen Darstellung komplexer Fachfragen unter Beweis stellen. Zu diesen gehört auch der an der Universität Cambridge lehrende klassische Archäologe Cyprian Broodbank, dessen beinahe tausend Seiten umfassende Geschichte der mediterranen Welt vom Beginn der Seefahrt bis zum ökonomisch und politisch vernetzten Mittelmeerraum der klassischen Antike jetzt in einer deutschen Ausgabe aus dem Verlag C.H. Beck vorliegt. Dass Inseln dabei eine herausragende Rolle spielen, liegt nicht nur daran, dass sie gerade im Mittelmeer überaus reichlich vorhanden sind: Sie liefern in Gestalt der dortigen Spuren menschlicher Kultur zugleich die ältesten Zeugnisse für eine Seefahrt im Mittelmeerraum, stellt diese doch die Voraussetzung dafür da, dass sie überhaupt besiedelt werden konnten. Folgerichtig beginnt der Autor seine Geschichte der mediterranen Welt mit der Einkreisung dieses nach wie vor strittigen historischen Moments und einer ausführlichen Erörterung des entsprechenden Forschungsstands. Die dadurch in Gang gesetzte einzigartige Geschichte liest sich, so wie Broodbank sie erzählt, spannender als so mancher aktuelle Roman.