Go to Top

Ben Smith: Dahinter das offene Meer, Verlagsbuchhandlung Liebeskind, 254 Seiten, gebunden, 20 €

Der englische Autor Ben Smith zeichnet in seinem Debütroman Dahinter das offene Meer das düstere Szenario einer Zukunft unter dem Eindruck von Klimawandel, verschmutztem Meereswasser und ansteigendem Meeresspiegel – und zwar aus sehr spezieller Perspektive: In einem entlegenen Offshore-Windpark der Nordsee, der nach und nach verrottet, harren ein alter und ein junger Mann aus, die im Auftrag einer dubiosen „Firma“ für 600 marode Windräder verantwortlich sind. Ihr einziger Kontakt zur – anscheinend weitgehend untergegangenen – übrigen Welt wird durch ein Versorgungsschiff hergestellt, das sie in gewissen Abständen mit nötigsten Gütern beliefert und im Tausch dafür abmontierte Maschinenteile und von dem Alten gebrannten Fusel mitnimmt. Ein dazwischengeschalteter Erzählstrang rekapituliert den Auf- und Untergang von Land und Meer in derselben Gegend während der letzten 20.000 Jahre. Und schließlich ist da noch die den jungen Protagonisten des Romans umtreibende Frage nach dem Schicksal seines Vaters, der einst auf derselben Plattform Dienst tat, bevor er spurlos verschwand. Eine empfehlenswerte Lektüre für Freunde der literarischen Dystopie, denen die aktuelle Wirklichkeit nicht unheimlich genug ist.