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Amitav Ghosh: Die Inseln, Blessing, 368 S., gebunden 22 €

Der im Blessing Verlag in deutscher Übersetzung erschienene Roman Die Inseln des indischen Schriftstellers Amitav Ghosh balanciert unterhaltsam zwischen einem historischem Hyperrroman à la Umberto Eco und einem eher an den globalen Rändern gedeihenden „magischem Realismus“. Die titelgebenden „Inseln“ sind diejenigen der Sunderbans, will sagen des Gangesdeltas mit seinen gigantischen Mangrovenwäldern, wo eine mythische Vorzeit auf das drohende Szenario einer vom Klimawandel hervorgerufenen Sintflut stößt. In der durch diese Sumpflandschaft mit ihren schwer zugänglichen Inseln versinnbildlichten gleichsam bodenlosen Zwischenwelt sucht der Held des Buches, ein indischstämmiger Antiquar, der unterdessen in Brooklyn lebt, nach einem sagenumwobenen alten Schrein. Dabei gerät er in einen Strudel mysteriöser Ereignisse und Zusammenhänge, die ihn und die weiteren Figuren des Romans um die halbe Welt, durch alte und neue Mythen sowie literarische Phantasien und zuletzt in die Inselstadt Venedig führen. Ob er dabei einer verkappten Botschaft aus alten Zeiten auf der Spur ist oder nur Spielball eines von Zufällen gespickten Universums?