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Alma M. Karlin: Einsame Weltreise, AvivA, 400 S., gebunden, 22 €

Die 1889 im slowenischen Cilli (Celje) geborene, auf Deutsch schreibende Sprachlehrerin und Dolmetscherin Alma M. Karlin erlernte und beherrschte mindestens zehn Sprachen, darunter Chinesisch, Japanisch und Sanskrit. 1919 brach sie, mit zusammengesparten 130 Dollar und 1000 Reichsmark sowie einer Schreibmaschine der Marke „Erika“ und einem handgeschriebenen zehnsprachigen Wörterbuch im Gepäck, zu einer Weltreise auf, die sie im Verlauf von mehr als acht Jahren in verschiedene Länder Süd-, Mittel- und Nordamerikas und weiter nach Japan und China führte. Neben zahlreichen interessanten Bekanntschaften, Hilfe, Zuwendung, Freundschaft und Liebe musste sie als allein reisende Frau auch Raub, Belästigungen und gewalttätige Übergriffe ertragen. Ihr 1929 erstmals erschienenes Reisetagebuch wurde in der Zwischenkriegszeit zu einem Bestseller und Alma M. Karlin zu einer der meistgelesenen Reiseschriftstellerinnen ihrer Zeit. Ausschlaggebend dafür waren ihre außergewöhnliche Beobachtungsgabe, die Lebendigkeit ihrer Schilderungen, ihr Witz sowie ihre Ironie und Selbstironie. Der Berliner Aviva-Verlag legt 100 Jahre nach Alma M. Karlins Abreise aus Europa nun eine Neuauflage dieses Klassikers der Reiseliteratur vor.