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Alasdair Campbell: Der Junge aus Ness, Folio Verlag, 302 S., gebunden, 24 €

Der schottische Autor Alasdair Campbell, aufgewachsen auf der Insel Lewis im Norden der Äußeren Hebriden, ist sowohl als Autor auf Gälisch verfasster Theaterstücke und Prosatexte als auch in englischer Sprache verfasster Romane hervorgetreten. Zu den letzteren gehört der im Jahr 2000 erschienene „Bildungsroman“ Nessman, der jetzt in einer deutschsprachigen Ausgabe aus dem FolioVerlag Wien/Bozen vorliegt. Der Junge aus Ness, wie der Roman in deutscher Übersetzung heißt, ist wie der Autor selbst in der Gemeinde Ness auf der rauhen Insel Lewis groß geworden. In überaus poetischen Bildern, mit beeindruckenden Details und feiner Ironie schildert Campbell die abgezirkelte Welt seiner Kindheit mit ihren Mooren, Küsten und Traditionen (großartig etwa seine detaillierte Beschreibung der Blutwurstherstellung) sowie den dazugehörigen Familiengeschichten, Kneipengesprächen und Geisterlegenden. Der weitere Lebensweg verschlägt seinen Helden in die schottische Hafenstadt Aberdeen, wo er sich indes nicht weniger einsam fühlt und in deren Spelunken mit dort gesungenen Liedern er vergeblich versucht, etwas von der Welt seiner Kindheit wiederzufinden.